News

Zum Abschluss der Hauptrunde ging es für die Jungadler nach Berlin. Dort stand das Duell gegen die Eisbären Juniors auf dem Programm. Es gab einiges zu berichten und so einiges wurde geboten.

 

Samstagsspiel

Mit einer Rumpftruppe den Gegner lange kontrolliert!

 

Dieses Spiel hatte eine ganz besondere Physiognomie, die den Jungadlern hoffentlich noch einige Zeit im Gedächtnis haften wird.  

Doch der Reihe nach: für die Mannheimer waren die Voraussetzungen denkbar schlecht, denn man musste auf sage und schreibe 8 Stammspieler verzichten, die krank oder verletzt zuschauen mussten. Dazu gehörten in der Verteidigung so versierten Kräfte wie Möller, Seider, Reich  oder Ebi-Schmidt.  Ähnlich schlimm hatte es den Sturm getroffen, wo Klos, Brune, Stützle und Fleischer fehlten. Dafür wurde das Team mit Florian Elias und Fabrizio Pilu von den Schülern verstärkt. 

So ging man mit dem gewohnt sicheren Tom Schickedanz als Torwart in die Partie, bei der die langjährigen Rivalen von der Spree eigentlich noch punkten mussten, um sicher bei den Playoffs teil zu nehmen. Dafür hatten die Berliner extra ihren „Star“, U20-Nationalspieler Charly Jahnke aufgeboten, der ansonsten bei den Lausitzer Füchsen in der DEL2 agiert, aber auch schon 15 DEL-Partien absolviert hat. 

Die anfänglichen Berliner Angriffsbemühungen wurden von den Jungadlern mit stabiler Abwehr abgefangen und nach vorne war man mit schnellem, aggressivem Angriffsspiel erfolgreich.  So war die 0:1 Führung durch Sebastian Hon in der 10. Spielminute mehr oder weniger folgerichtig. Nur drei Minuten später ließ Jan Nijenhuis auf Zuspiel von Tim Lutz gar das 0:2 folgen. Die Adlerträger dominierten nun die Partie und ließen sich auch durch die erste Strafzeit der Partie nicht von Ihrem Weg abbringen.  

Auch im zweiten Drittel demonstrierten die Mannheimer Ihre Überlegenheit, indem sie hinten stabil standen und nach vorne stets schnell und schnörkellos den Weg zum Tor suchten. Aber ergebnistechnisch passierte auf der Anzeigetafel nichts. 

Dieser Spielverlauf schien sich auch im letzten Drittel fort zu setzen, bis dann in der 46. Minute die Jungs von Chefcoach Fischöder sich gleichzeitig jeweils zwei dumme Strafminuten für Schumacher und Lutz wegen Beinstellens einfingen. Die nachfolgende  5 gegen 3 Überzahl nutzten dann die bis dahin eigentlich chancenlosen Berliner zum ersten Gegentreffer durch Charly Jahnke. Dass man so einem eigentlich beherrschten Gegner wieder Leben einhaucht und ihn wieder ins Spiel bringt erlebten Die Jungadler in den nachfolgenden Szenen. Kaum waren die Mannheimer wieder vollzählig gelang den Berlinern nun sogar der Ausgleich zum 2:2 durch den aus Schweden „reimportierten“ Magnus Eisenmenger. 

Dahin war die ursprüngliche Dominanz der Mannheimer und der Zugriff auf das Spiel ging total verloren.  Das Spiel stand nun auf des Messers Schneide. Doch da zeigte sich, aus welchem Holz auch diese dezimierte Jungadler-Mannschaft geschnitzt ist. Fünf Minuten vor Schluß schnappt sich Yannik Valenti in der neutralen Zone den Puck, zieht unwiderstehlich zum Tor und läßt Ancicka im Gehäuse der Berliner keine Chance. Dieser knappe 2:3 Vorsprung wird anschließend gegen die wütenden Attacken der Eisbären mit Klauen und Zähnen verteidigt. Schickedanz riskiert mehrfach Kopf & Kragen;  Valenti schießt nach einem Konter nochmals knapp vorbei. Selbst als eineinhalb Minuten vor Ende Coach Chris Lee den Torhüter heraus nimmt, bleiben die Berliner Bemühungen unbelohnt, auch wenn viele der zahlreichen Zuschauer bereits an den Ausgleich glaubten. In einer unübersichtlichen Situation vor dem Jungadler-Tor haben die Schiedsrichter jedoch auf Torraumabseits entschieden.

So konnten die Mannheimer einen knappen, aber über weite Strecken verdienten Sieg gegen den alten Rivalen von der Spree verbuchen.  

 

Sonntagsspiel

Dezimierte Jungadler siegen klar an der Spree !

 

Einen gänzlich anderen Verlauf nahm dann das zweite Spiel am Sonntag im Wellblechpalast. Die Berliner wieder mit Tobias Ancicka im Tor hatten sich vor 144 Zuschauern etwas vorgenommen, wollten unbedingt den noch fehlenden Punkt zur PlayOff-Qualifikation einheimsen. Bereits nach einer Minute musste Tom Knobloch auf die Strafbank und im Powerplay verfehlte Sebastian Hon ganz knapp. Aber auch Henrik Huwer im Kasten der Jungadler war mit seiner Fanghand gut aufgelegt und so entwickelt sich ein richtig gutes, intensives Spiel mit Gelegenheiten auf beiden Seiten. Glück bei den Schiedsrichtern hatte dann der übermotivierte Knobloch als er in der neutralen Zone Jan-Luca Schumacher mit einem üblen Check gegen den Kopf niederstreckte und dafür lediglich 2+10 Minuten Strafe aufgebrummt bekam. Im Powerplay liessen die Mannheimer Jungs zwar den Puck gut laufen, aber brachten zu wenige Schüsse auf das Berliner Tor. Umgekehrt lässt Huwer auch die Berliner Powerplayformationen nahezu verzweifeln. So geht es mit 0:0 in die erste Pause.

Im zweiten Drittel verschärfen die Adlerträger nochmals das Tempo und zwangsläufig häufen sich die Chancen. Dreimal muß der gute Ancicka mit tollen Paraden retten, nur unterbrochen von einem Berliner Konter, der wiederum bei Huwer endet. Doch das 0:1 war nur aufgeschoben – nicht aufgehoben; in der 26. Minute war es Mike Fischer, der nach einem wunderschönen Zuspiel von Philipp Mass die individuelle Klasse der Mannheimer zum Ausdruck bringen konnte und den guten Berliner Torwart mit einer schönen Bewegung verlud.  Die Führung verlieh den Jungs von Coach Fischöder noch mehr Sicherheit. Selbst Berliner Powerplay-Situationen mit Schüssen von, Mik und Eisenmenger konnten ihnen nichts mehr anhaben. Im Gegenteil: nach der Hälfte der Spielzeit packten die Jungadler nochmals einen Spielzug aus der Zauberkiste aus, als Detig den jungen Florian Elias einsetzte. Dieser umrundete großzügig das Berliner Tor, um dann schon beim Abdrehen unvermittelt aus der Drehung abzuziehen und der Puck zappelte zum 0:2 in den Berliner Maschen.  Dem hatten die Berliner nichts entgegen zu setzten; die Adlerträger hatten nun klar Oberwasser, schnürten die Eisbären phasenweise in deren Drittel ein. Die Berliner kamen nur noch vereinzelt oder im Powerplay vor das von Huwer sicher gehütete Tor. 

Endgültig klar machte die Sache dann Mike Fischer mit dem 0:3 in der 42. Minute. Das Zuspiel kam von Simon Thiel und Pierre Preto. Die Jungadler waren nun klar „Chef im Ring“, bestimmten Tempo und Spielgeschehen, während die Eisbären mit hoher Laufbereitschaft immer früher gestört wurden. In der 47. Minute nochmals eine Großchance, als man zu zweit auf das Gehäuse von Ancicka zu fuhr, aber letzten Endes wegen Torraumabseits von den Schiris zurück gepfiffen wurde.  Zwar versuchten die Eisbären nochmals alles, aber scheiterten immer wieder an der aufopferungsvoll kämpfenden Mannheimer Defensive und an Torwart Huwer mit der magischen Fanghand.

Alles in Allem also ein klarer, völlig verdienter Sieg der Jungadler, die damit der Konkurrenz trotz der zahlreichen Ausfälle in den eigenen Reihen ihre Titelambitionen nochmals deutlich machten. Hoffentlich ist die Verletzung von Schumacher nicht so schwer, dass er am kommenden Mittwoch beim ersten Halbfinal-Auswärtsspiel in Düsseldorf (19:30) wieder mittuen kann.

  

 

© Eishockey Leistungszentrum Jungadler Mannheim e.V.