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We are the Champions…

Nicht das erste Mal passt der alte Queen-Song perfekt auf die diesjährige Meistermannschaft der Jungadler Mannheim. Obwohl sie nach wechselhaftem Saisonverlauf nicht unbedingt als Favorit in das Rennen um die Meisterschaft der Deutschen Nachwuchsliga (DNL) gestartet sind, haben sie am Ende klar und eindeutig den Titel gewonnen. So etwas geschieht normalerweise eh nicht so nebenbei, aber dieser Mannschaft gelang er in sehr überlegener – fast schon dominanter Weise, obwohl der Gegner mit dem EC Bad Tölz auf eigenem Eis beileibe kein schlechter war.

Die Klänge der Nationalhymne in der gut gefüllten Hacker-Pschorr-Arena waren kaum verstummt, da fiel der erste Bullypuck von Hauptschiedsrichter Hurtik. Unter den frenetischen Anfeuerungen des Tölzer Heimpublikums versuchten zunächst beide Mannschaften mit schnell vorgetragenen Angriffen zum Erfolg zu kommen. So entwickelte sich ein Spitzenspiel von höchstem Niveau, bei dem alle Zutaten wie Rasanz, Technik, Einsatz und Kreativität das Herz eines Jeden höher schlagen ließen.
Nach den ersten beiden großen Gelegenheiten für die Mannheimer geriet Bad Tölz wegen Beinstellens erstmals in Unterzahl. Diese Chance ließen sich die hoch konzentrierten Jungadler nicht entgehen indem Yannik Valenti seine ganze Klasse unter Beweis stellte und nachdem er den gegnerischen Goalie verladen hatte aus spitzem Winkel zur 1:0 Führung  vollstreckte.
Die Jungs von Headcoach Frank Fischöder versuchten mit teilweise wunderschön heraus gespielten Kombinationen nachzusetzen. Und sie wurden in der 10. Minute dafür belohnt, als Tim Bernhardt ein tolles  Duett mit Luca Gläser erfolgreich zum 2:0 abschließen  konnte. Die sehr laufstarken Adlerträger waren zu schnell auf den Beinen für die Tölzer Buam, die selbst kaum zu eigenen Chancen kamen. Nun waren die Jungadler klar tonangebend und spielten weiter  nach vorn. Wojtech Stachowiak versuchte es mit einem Bauerntrick, Yannik Valenti tanzte sich zweimal durch die gegnerischen Abwehrreihen und wurde erst im allerletzten Moment entscheidend gestört. Nach 15 Spielminuten schien plötzlich - wie aus dem Nichts -  der Tölzer Anschlusstreffer zu fallen; aber die Schiedsrichter verweigerten wegen verschobenem Tor die Anerkennung. Verständlicherweise kochte nun die Tölzer Volksseele und die Partie wurde hitziger. Die Jungadler hielten jedoch dagegen und blieben cool – ohne eigene Strafen. Dafür wurden sie in der 18. Minute mit dem 3:0 Führungstreffer durch Luca Gläser belohnt, gerade als die Tölzer eine weitere Unterzahlsituation überstanden hatten.

Die „Buam“ kamen nun mit Volldampf aus der Kabine und wollten unbedingt eine Aufholjagd starten. Aber die Jungadler blieben in der Abwehr aufmerksam und antworteten ihrerseits immer wieder mit gefährlichen Konterangriffen. Einer davon führte in der 23. Spielminute sogar zum 4:0 durch Pierre Preto, der wunderschön freigespielt und mit einem punktgenauen Hintertorpass bedient wurde. Kurz darauf musste der gute Enrico Salvarani einen harten Schlagschuss  von Hirschberger meistern. Im Gegenzug fuhren die Mannen von Frank Fischöder wiederum einen schnellen Konter und holten damit zum Doppelschlag aus. Diesmal war es Wojtech Stachowiak, der in der 24. Spielminute die tolle Vorarbeit von Luca Gläser und Pierre Preto zur 5:0 Führung ins Netz abschloss. Nach dieser Demonstration der Überlegenheit wurde es etwas ruhiger in der Halle und die Tölzer griffen zum letzten Mittel; sie tauschten ihren Torwart Michael Böhm (Sohn des Trainers Rick Böhm) aus, der am Vortag im Halbfinale gegen Köln so brilliert hatte.  Als dann Samuel Soramies wegen Spielverzögerung die erste Strafe der Jungadler kassierte, konnte man zunächst die Tölzer Buam noch auf Distanz halten, doch in der 29. Spielminute führte ein erstes Missverständnis in der Jungadlerabwehr zum ersten Gegentreffer. Der Puck prallte von der Bande zurück vor das Tor, Enrico Salvarani konnte den ersten Tölzer Schuss noch abwehren, hatte aber gegen den Nachschuss keine Chance mehr.
Dieser 1:5 Anschlusstreffer entfachte nochmals neues Feuer in den Reihen des EC Bad Tölz. Obwohl die bisherige Dominanz der Adlerträger etwas darunter gelitten hatte blieben diese weiterhin gefährlich und waren dem sechsten Treffer nahe, wie z.B. bei einem Schuss von Luca Gläser in Überzahl. Turbulent wurde es dann nochmals 31 Sekunden vor Drittelende: Zunächst verhängten die Schiedsrichter eine kleine Bankstrafe gegen die Jungadler; anschließend erkannten sie zum zweiten Mal einen Tölzer Treffer nicht an, diesmal wegen Torraum-Abseits. Natürlich war die Stimmung in der Halle gegen die Schiedsrichter mehr als aufgeladen; sodass die Drittelpause zur rechten Zeit kam.

Zu Beginn des letzten Drittels mussten die Mannheimer zunächst das Ende der Strafe überstehen um dann an ihre ursprüngliche Spielweise mit schnellen Kombinationen anzuknüpfen. Als dann in der 44. Minute noch Marinus Reiter und in der 47. Minute der agile Michael Kristic von Tölz auf die Strafbank mussten, war der heftige Tölzer Elan wieder gebrochen. Leider trafen die bestgemeinten Schüsse der Jungadler jedoch nicht oder wurden eine Beute des neuen Schlussmannes Mirko Davi. So konnten die Mannheimer die Tölzer Buam in Schach halten und die Partie ohne allzu große Anstrengung weiterhin kontrollieren. Je mehr der Uhrzeiger herunter tickte, war allen in der Halle klar, dass sich die Jungadler diesen Vorsprung von 5:1 nicht mehr nehmen lassen wollten …. Und so kam es dann ja auch.
Nach Spielende brandete dann unbeschreiblicher Jubel auf und die Mannschaft konnte sich in den Armen liegen, um den 14. Meistertitel der DNL-Geschichte und den 6. in Folge gebührend zu feiern.
Ein perfekter Abschluss, um mit der besten Saisonleistung im entscheidenden Spiel sich selbst zu krönen.


Fotos: Andreas Höppner - Facebook/Hobbylinse

© Eishockey Leistungszentrum Jungadler Mannheim e.V.